10.11.2022

Auf Krisen gut vorbereitet sein

Die kalte Jahrezeit ist angebrochen. Jetzt freuen wir uns, wenn wir die Heizung einschalten können und es zuhause schön warm ist. Dank der Gaspreisbremse müssen wir nun auch kein Gas mehr sparen, der Staat übernimmt ja jetzt die Kosten.

Wer so denkt, liegt damit möglicherweise ziemlich falsch. Der Krieg in der Ukraine ist der erste nach dem 2. Weltkrieg, der unmittelbare und spürbare Folgen direkt auf jeden einzelnen von uns hat. Ein Ende der Eskalation ist nicht in Sicht. Keiner kann vorhersehen, was in den nächsten Monaten noch auf uns zukommen wird.

Aber auch wenn wir die Zukunft nicht vorhersehen können, so müssen wir als Gesellschaft nicht unvorbereitet in diese Zeit gehen. Unsere Regierung hat einiges unternommen, damit wir im Winter nicht frieren müssen. Die Gasspeicher sind gefüllt, die Ersatzbeschaffung für Gas ist angestoßen und Notfallpläne sind erstellt. Wenn wir alle jetzt noch Energie sparen wo immer es möglich ist, haben wir viel getan, um gut über den Winter zu kommen.

Dennoch können unsere Energieversorger einen Gasmangel nicht ausschließen. Die Folgen davon können kalte Wohnungen und Stromausfälle sein. Beiden Situationen müssen wir aber nicht hilflos ins Auge sehen.

Haben Sie sich schon Gedanken über einen Stromausfall gemacht?

Unserer Energieversorger gehen davon aus, dass es im Winter durchaus zu Stromausfällen kommen kann. Ein solcher Stromausfall kann beispielsweise auch durch Sie als Verbraucher selbst verursacht werden. In der letzten Zeit haben sehr viele Menschen elektrische Heizlüfter gekauft, um bei Gasmangel die Wohnung heizen zu können. Würden diese Heizgeräte alle auf einmal eingeschaltet werden, so würde nach Auskunft der Energieversorger das Stromnetz ziemlich sicher zusammenbrechen.

Was passiert, wenn das Stromnetz zusammenbricht?

Im Idealfall können die Energieversorger das Netz innerhalb weniger Stunden wieder verfügbar machen. Da Stromnetze aber auch ziemlich kompliziert sind, kann es sein, dass es ein bis zwei Tage dauert, bis alles wieder funktioniert. Da wir in fast allen Lebensbereichen stark vom Strom abhängig sind, kann sich jeder vorstellen, was das für Folgen hätte:

  • Das Licht fällt aus. Es wird dunkel in den Wohnungen und auf den Straßen
  • Telefon, Internet, Fernsehen und die meisten Radios funktionieren nicht mehr. Sie können keine Nachrichten mehr empfangen und auch keine Freunde mehr anrufen
  • Die Heizung wird kalt
  • Gefriertruhen tauen auf
  • An Tankstellen gibt es kein Benzin mehr
  • Im Supermarkt gehen Türen, Kassen und Kühlgeräte nicht mehr
  • Am Geldautomat kann kein Geld mehr abgehoben werden
  • Das Bier im Kühlschrank wird warm

Welche Vorsorge kann man treffen, um auf eine solche Notsituation gut vorbereitet sein?

  • Ein Vorrat an Kerzen und Feuerzeuge sowie Taschenlampen und Ersatzbatterien gehören in jeden Haushalt.
  • Mit einem batteriebetriebenen Radio oder einem Kurbelradio können Sie sich über die aktuelle Lage informieren.
  • Mit Decken oder einem Schlafsack kann man es auch in einer kalten Wohnung eine Zeit lang aushalten. Ansonsten wäre jetzt auch ein guter Zeitpunkt, um sich mit dem Nachbar wieder zu versöhnen. Vor allem, wenn dieser einen Holzofen hat.
  • Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt, Lebensmittel und Trinkwasser für etwa 14 Tage zu bevorraten. Wenn man sich immer aus diesem Vorrat bedient und diesen immer wieder auffüllt, verderben die Lebensmittel auch nicht.
  • Mit einem gasbetriebenen Campingkocher kann das Essen zubereitet werden.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat eine sehr gute Broschüre veröffentlicht, in der Sie alles Wissenswerte zu Stromausfällen und die Vorsorge dafür finden. Die Broschüre ist derzeit leider nicht mehr als Papier erhältlich. Sie finden sie aber hier im Internet.

Wir werden Sie an dieser Stelle über die aktuelle Entwicklung informieren.